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GHB - Ambivalenz eines Pharmakons - Arzneimittel und Partydroge

Der Wirkstoff Gammahydroxybuttersäure (GHB), der seit den 1960er Jahre als i.v.-Narkotikum und zur Alkoholentzugsbehandlung verwendet wird (Präparat: Somsanit®), tauchte bereits in den 1980er Jahren in der Bodybuilder-Szene auf, weil ihm anabole Wirkungen nachgesagt werden. Später wurde die Verwendung als K.O.-Mittel vor allem im Zusammenhang mit sexuellen Übergriffen festgestellt. Seit den 1990er Jahren greifen immer mehr Partygänger zu „Liquid Ecstasy“, um sich zu berauschen ... häufig mit dem Weg ins Koma, so auch in einem erst vor kurzem im HELIOS Klinikum behandelten Fall [GGIZ 200507298]: Bei einem 26 Jahre alten Patienten war während einer Party aus zunächst unbekannter Ursache eine Bewusstlosigkeit eingetreten. Die vom Notarzt verabreichten Gegenmittel Anticholium® und Narcanti® blieben ohne Wirkung. Der Patient musste intubiert und beatmet werden. Im Drogenscreening wurden zwar Amphetamine und Cocain nachgewiesen, die aber den klinischen Zustand nicht erklären konnten. Aufgrund des Verlaufs ergab sich der Verdacht eine GHB-Missbrauchs. Der Patient erwacht erwartungsgemäß nach einigen Stunden rasch aus dem Koma und konnte sich an nichts mehr erinnern. Ganz neu ist auch die Verwendung der GHB-Vorstufe Butandiol zu Rauschzwecken. Die Zahl der Fälle, die dem GGIZ bekannt geworden und von im Rahmen der Notfallversorgung beraten wurden, hat seit 1999 ständig zugenommen. In den vergangenen Jahren verliefen 20 von 35 Fällen (57%) mit schweren Vergiftungserscheinungen; bis Ende September 2005 wurden weitere 13 Fälle bekannt, davon erneut 5 schwere Intoxikationen.

Dr. med. Helmut Hentschel - GGIZ Erfurt - 0361-730730 - 10.10.2005


Weitere Info zu GHB finden Sie untenstehend.



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