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Silberblatt (Bot. Bez.: Lunaria annua, Fam.: Kreuzblütengewächse (Brassicaceae))

[GGIZ 200606547] Im Juni 2006 erreichte uns ein Anruf einer Kindereinrichtung. Zwei vierjährige Kinder hatten eine unbekannte Menge Früchte eines Strauches gegessen. Die Früchte sähen aus wie platte Erbsen und würden auch zu dekorativen Zwecken verwendet. Nachdem der Giftnotruf Erfurt ein Fax der Pflanzenteile erhalten hatte, wurde die Pflanze als Silberblatt (Bot. Bez.: Lunaria annua) identifiziert. Bisher wurden in der Literatur keine Vergiftungen mit dieser Pflanze beschrieben, die zur Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae) gehört. Bis auf das Trinken von etwas Tee, Wasser oder Saft wurden keine weiteren Maßnahmen empfohlen.

Bild, welches der Giftnotruf als Fax erhalten hat

Fotografie aus dem Internet

Andere Pflanzen mit "schotenähnlichen" Früchten, die oft Anlass zu Anfragen geben, gehören zu den Schmetterlingsblütlern. Unter den weit verbreiteten Arten der Schmetterlingsblütler finden sich Nutzpflanzen (Bohne, Erbse, Erdnuss, Klee, Linse, Lupine, Sojabohne) und als Zierpflanzen bekannte Kräuter, Bäume und Sträucher (Besenginster, Blasen- und Erbsenstrauch, Blau- und Goldregen, Lupine, Paternostererbse, Platterbse, Robinie. Allen gemeinsam ist die typische Form der Blüten und die Ausbildung von Hülsenfrüchten, die irrtümlich als Schoten bezeichnet werden. Viele Pflanzen dieser Familie bilden giftige Eiweißstoffe (Aminosäuren, Proteine) und als Alkaloide bezeichnete Giftstoffe, die zu unterschiedlichen Vergiftungserscheinungen führen. Häufig wird der Goldregen verwechselt mit Robinie, Blasen- u. Erbsenstrauch.

Unterscheidungsmerkmale sind:

Goldregen:

7 (10 m) hoher Strauch oder kleiner Blaum mit hellgrauen Ästen und meist überhängenden Zweigen.

Blätter: wechselständig, an Kurztrieben gehäuft; langgestielt mit drei Blättchen, diese elliptisch, unterseits hellgrau (Behaarung !).

Blüten: gelb, zu 10-20 in traubigen, bogig überhängenden Blütenständen, Blüte von April bis Juni.

Früchte: seidig behaarte Hülsen mit flachen dunkelbraunen Samen im Juli; lange an der Pflanze hängen bleibend und dann braun werdend.

Robinie:

Bis 20 m hoher Baum. Stamm oft frühzeitig verzweigend.

Blätter: bis 30 cm lang, unpaarig gefiedert mit eiförmig-elliptischen Fiederblättchen. Nebenblätter im unteren Teil der Baumkrone zu Dornen ausgebildet.

Blüten: weiß, zu 15-25 in gestielten, anfangs aufgerichteten, später hängenden Blütenständen; Blüte von Mai bis Juni.

Früchte: pergamentartig-lederige, glatte Hülsen, braun bis purpun, mit 4-10 olivgrünen bis braunen Samen (reif im Oktober); erst im Winter aufspringend.

Blasenstrauch:

2-3 m hoher Strauch.

Blätter: Die Laubblätter des Blasenstrauches sind unpaarig gefiedert, die Teilblättchen verkehrt eiförmig und an ihrer Spitze ausgerandet.

Blüten: Die gelben Schmetterlingsblüten hängen in Trauben in den Blattachseln, werden etwa 2 cm lang und erscheinen von Juni - August.

Früchte: pergamentartig-lederige, glatte Hülsen, braun bis purpun, mit 4-10 olivgrünen bis braunen Samen (reif im Oktober); erst im Winter aufspringend.

Erbsenstrauch:

Der Strauch wird 3 - 4 m hoch.

Blätter: Die Laubblätter sind weich behaart und stehen paarweise gefiedert, die einzelnen Teilblättchen sind elliptisch geformt.

Blüten: Die gelben Schmetterlingsblüten sitzen an langen Stielen in den Blattachseln des Erbsenstrauches. Ihre Blütezeit ist von Mai - Juni.

Giftige Arten sind:

Bohnen (roh), Besenginster, Blau- u. Goldregen, Paternostererbse und Robinie

Literatur:

Giftpflanzen. Herausgeber: D. Frohne, H. J. Pfänder. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 5. Auflage 2004, S. 202, 205-206, 208, 210, 215-217

Internet:

http://de.wikipedia.org/wiki/Einj%C3%A4hriges_Silberblatt

http://en.wikipedia.org/wiki/Koelreuteria_paniculata

http://de.wikipedia.org/wiki/Pimpernuss

http://www.ggiz-erfurt.de/pdf/akt_press_05_juli_schmetterlingsbluetengewaechse.pdf



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