Giftnotruf Erfurt 0361 730730
Nordhäuserstr. 74
99089 Erfurt
Deutschland
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Start in die Pilzsaison 2006
(1) Einschätzung der aktuellen Situation Aufgrund der bisherigen Wetterentwicklung in diesem Sommer (warm u trocken im Juli; gemäßigt u feucht im August) ist mit einem guten "Pilzjahr" zu rechnen. In einzelnen Regionen Thüringens ist bereits ein reichliches Vorkommen von Steinpilzen, Maronen und Pfifferlingen von den Sammlern berichtet worden.
http://www.ggiz-erfurt.de/pdf/akt_press_06_september_pilzsaison_tlz_20060814.pdf
(2) Pilzbestimmung
Pilzbestimmung erfordert nicht nur theoretische Kenntnisse, sondern vor allem langjährige praktische Erfahrungen. Das Erscheinungsbild der Pilze kann stark variieren; auch regionale Unterschiede kommen vor. Eine sichere Pilzbestimmung ist vom Anschauen allein nicht möglich; dazu bedarf es auch der mikroskopischen Analyse der Pilzsporen. Eine Beschreibung der Pilze durch eine Laien am Telefon ist meist nicht zielführend, sodass im Zweifelsfalle immer ein örtlicher Pilzberater hinzugezogen werden muss. Deshalb sollte von den gesammelten Pilzen immer ein Exemplar unverändert 1-2 Tage aufgehoben werden, um gegebenenfalls noch eine Bestimmung durchführen zu können. Adressen der Pilzberater können jederzeit für ganz Deutschland im GIFTNOTRUF 0361-730730 erfragt werden.
http://www.tham-thueringen.de/
http://www.mdr.de/ratgeber/gesundheit_ernaehrung/206553-hintergrund-206526.html
(3) Symptome von Pilzvergiftungen
Die Symptome der Vergiftungen werden zu sogenannten Syndromen zusammengefasst. Allgemein gilt, dass die Gefährdung durch eine Pilzvergiftung um so größer ist, je später Symptome auftreten. Häufig treten zuerst Magen-Darm-Störungen mit Übelkeit, Erbrechen, kolikartigen Bauchschmerzen u. Durchfall auf. Zusätzlich kann es zu vegetativen (Speichelfluss, Schweißausbruch) und psychischen Störungen (Halluzinationen) kommen. Knollenblätterpilze (Amanita-Arten) können in der Spätphase ein Leberversagen, Raukopf-Arten (Cortinarius-Arten) ein Nierenversagen auslösen, das tödlich enden kann.
http://www.toxinfo.org/frameset.php?class=3&hauptframe=/pilz/index.html
(4) Verhalten beim Verdacht auf Pilzvergiftung
Bei jedem Verdacht auf eine Pilzvergiftung, die bereits zu Symptomen geführt hat, ist der Arzt oder die Notfallambulanz einer Klinik aufzusuchen. Pilzreste sind mitzubringen. Liegt die Pilzmahlzeit noch nicht allzu lange zurück, kann versucht werden, Erbrechen auszulösen. Durch die Verabreichung von Aktivkohle können Giftstoffe gebunden und die Wirkung abgeschwächt werden. Oft sind aber zunächst Laboruntersuchungen notwendig, um die Entscheidung über weitere Maßnahmen treffen zu können.
http://www.mdr.de/ratgeber/gesundheit_ernaehrung/206607-hintergrund-206526.html
(5) Häufigkeit von Anfragen zu Pilzvergiftungen
Alle Anfragen, die im gesamten Einzugsgebiet durch den GIFTNOTRUF Erfurt als Pilzvergiftung oder Verdachtsfall eingestuft wurden:
1994 (42),1995 (53),1996 (7), 1997 (36), 1998 (273), 1999 (85), 2000 (197), 2001 (187), 2002 (119), 2003 (58), 2004 (258), 2005 (392): insgesamt 1707
Am häufigsten betroffene Pilzarten, die zu Vergiftungen führten:
Pantherpilz, Grüner Knollenblätterpilz, Fliegenpilz, Frühjahrslorchel, Karbolegerling (Giftchampignon), Satanspilz, Kahler Krempling; in vielen Fällen konnte die Pilzart nicht mehr bestimmt werden, weil keine Reste vorhanden waren. Es sind keine Todesfälle bekannt geworden.
Weitere Informationen:
http://www.ggiz-erfurt.de/pdf/v_pil_pilz-laie.pdf
http://www.toxinfo.org/frameset.php?class=3&hauptframe=/pilz/index.html
Giftige Doppelgänger, Thüriner Allgemeine 06.09.2006
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