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Missbrauch von Diphenhydramin durch Jugendliche

Bereits vor einigen Jahren wurden Engelstrompete (Datura suaveolens) und Stechapfel (Datura stramonium) in der "Szene" als "biogene Drogen" (wieder-)entdeckt. In jüngster Zeit wurden nun auch Fälle bekannt, bei denen Jugendliche zur Erzeugung von Rauschzuständen freiverkäufliche Diphenhydramin-haltige Arzneimittel eingenommen haben. Gleichgültig, ob der Rausch durch Zubereitungen aus Nachtschattengewächsen oder durch dieses Arzneimittel ausgelöst wird, ist er immer Bestandteil eines komplexen Vergiftungsbildes (anticholinerges Syndrom). Dosierungen, die Halluzinationen als Ausdruck einer toxischen Psychose hervorrufen, gehen mit Sehstörungen, Mundtrockenheit, Gesichtsrötungen, Darmträgheit und Störungen der Blasenentleerung, u.U. aber auch mit lebensbedrohlichen Symptomen wie Krampfanfällen, Herzrhythmusstörungen und Fieberreaktionen einher. Die auf einschlägigen Internetseiten propagierten Dosisangaben überschreiten die übliche Tagesmaximaldosis teilweise erheblich und reichen bis in einen Bereich, bei denen tödlich verlaufende Vergiftungen auftreten können. Der gleichzeitige Genuss alkoholischer Getränke verstärkt die toxischen Wirkungen. Besonders hinzuweisen ist auch auf die Gefahr einer unterschwelligen Schädigung der Muskulatur (Rhabdomyolyse), die zum Nierenversagen führen kann. Der GIFTNOTRUF Erfurt warnt deshalb ausdrücklich vor solchen "Experimenten". Im Gefahrenfall sollte umgehend der NOTRUF 112 ausgelöst werden.

Weitere Informationen:

LINK AMK ABDA
http://www.abda.de/1369.html

LINK GGIZ
http://www.ggiz-erfurt.de/pdf/v_arz_diphenhydramin.pdf

Literatur:
1. Lang K, Sigusch H, Muller S. An anticholinergic syndrome with hallucinatory psychosis after diphenhydramine poisoning.Dtsch Med Wochenschr. 1995;120(49):1695-1698
2. Schreiber W, Pauls AM, Krieg JC. Toxic psychosis as an acute manifestation of diphenhydramine poisoning. Dtsch Med Wochenschr. 1988;113(5):180-183


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