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Pilzsaison 2007 - Vorsicht ! Doppelgänger !

Im Zusammenhang mit der Eröffnung der Sonderausstellung „Giftig? Essbar? Schön! - Faszination Pilze. Wissenswertes über unsere heimischen Pilze“ vom 22. August bis 30. November 2007 im

Naturkundemuseum Erfurt

möchten wir nochmals auf die Gefährdung durch Verwechslung essbarer Pilze mit giftigen Doppelgängern hinweisen:

Waldchampignon (Agaricus langei) und andere essbare Champignonarten sind leicht zu verwechseln mit dem
Grünen u.a. Knollenblätterpilzen (Amanita phalloides u.ä.). Knollenblätterpilze sind TÖDLICH giftig ! 6 - 24 h nach der Mahlzeit beginnt unstillbarer Brechdurchfall. Dann erfolgt vorübergehend eine trügerische Besserung, aber nach 2 - 3 Tagen zeigen sich schwerste Schäden an Leber und Nieren.

Anischampignon (Agaricus arvensis): Weil er auch gelb anläuft, ist er schwer zu unterscheiden vom
Giftchampignon (Agaricus xanthodermus). Dieser Pilz verursacht heftige Magen-Darm-Beschwerden. Wegen seines Geruchs wird er auch als Karbolegerling bezeichnet. Aber viele Menschen nehmen den Geruch nicht wahr oder erkennen ihn nicht, deshalb fällt er als sicheres Unterscheidungsmerkmal aus.

Perlpilz (Amanita rubescens) und
Grauer Wulstling (Amanita spissa) sind gekocht essbar, werden aber sehr häufig verwechselt mit dem
Pantherpilz (Amanita pantherina). Die Vergiftung beginnt meist schon nach 15 - 60 min. Am Anfang stehen oft leichte Magen-Darm-Symptome. Dann kommen weite Pupillen mit Sehstörungen und schneller Herzschlag mit Kreislaufsymptomen und Schwindelgefühl dazu. Schnell treten auch Störungen des Zentralnervensystems auf. Bei leichteren Vergiftungen werden Unruhe, Erregung und Halluzinationen beobachtet, gefolgt von tiefem Schlaf. Bei schweren Vergiftungen besteht durch Tobsuchtsanfälle, Koma, Krämpfe, Erbrechen mit Aspiration (Einatmen des Erbrochenen in die Lunge) Lebensgefahr.

Die Steinpilze (Boletus edulis, B. aestivalis, B. aereus, B. pulverulentus und B. lupinus) sind sehr schmackhaft, aber mit Vorsicht zu genießen. Eine große Portion davon liegt im wahrsten Sinne des Wortes „wie Steine im Bauch“ und kann dann durchaus Bauchschmerzen verursachen.
Die nahe verwandten Hexenröhrlinge (Boletus erythropus, B. queletii, B. luridus) und die rötlichen Röhrlingsarten (Boletus rhodoxanthus, B. rhodoxanthus, B. rhodopurpureus, B. splendidus) sind roh oder ungenügend gegart schon richtig giftig, also nur gut gekocht essbar.

Ein einziger Bitterröhrling (Boletus radicans) macht ein ganzes Gericht geschmacklich ungenießbar, damit wird sich niemand freiwillig eine Magenverstimmung „anfuttern“.

Dagegen verursacht der Satanspilz (Boletus satanas) ohne Vorwarnung erhebliche Magen-Darm-Symptome, die einige Tage anhalten können.

Die Giftpilze gehören oft zur gleichen Gattung wie essbaren Arten, sie sind also nahe miteinander verwandt. Das macht ihre Unterscheidung so schwierig. Meiden Sie Trichterlinge, Schirmlinge, Rötlinge, Risspilze, Ritterlinge, Schleierlinge und Korallenpilze, weil sie schwierig zu bestimmen und somit leicht zu verwechseln sind. Außerdem sollten Sie bei Pilzen mit weißen Lamellen und jungen Pilzen, deren Hüte noch geschlossen sind, extrem vorsichtig sein.

Alle Pilze, die Sie nicht hundertprozentig kennen, lassen Sie stehen. Denn die kleinste Unsicherheit kann sich später als folgenschwerer Fehler entpuppen. Und: Putzen Sie die Pilze nicht bereits im Wald, sondern nehmen Sie die ganzen Pilze mit nach Hause. So bleiben alle für die Bestimmung wichtigen Details erhalten und Sie können die Pilze beim Putzen noch mal in Ruhe anschauen. Wenn Sie viele Pilze gesammelt haben und zubereiten, bewahren Sie von jeder Art einen Pilz bis zum übernächsten Tag auf. Sollten der Pilzmahlzeit tatsächlich Übelkeit oder andere gesundheitliche Probleme folgen, lässt sich so am besten abklären, worum es sich bei den verzehrten Pilzen gehandelt hat.

Adressen und Telefonnummern der PILZBERATER in ganz Deutschland können im GGIZ jederzeit unter Tel. 0361-730730 erfragt werden. Für alle Bürger Erfurts und der Umgebung noch der Hinweis, dass im Zusammenhang mit der oben genannten Ausstellung vom 25. August bis 02. November 2007 jeden Samstag und Sonntag von 16:00 - 17:30 Uhr PILZBERATUNGEN durchgeführt werden.

Pressebeitrag TA 22. August 2007

Weitere Informationen:

http://www.ggiz-erfurt.de/pdf/v_pil_pilz-laie.pdf

http://www.toxinfo.org/frameset.php?class=3&hauptframe=/pilz/index.html


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