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Eibe (Taxus baccata)

Die Gattung Taxus (Taxaceae, Eibengewächse), umfasst etwa 10 Arten. In Mitteleuropa kommt nur die Gemeine (Europäische) Eibe, vor. Weitere Arten sind in Nordamerika und Ostasien beheimatet.

Die Eibe ist ein immergrüner Strauch oder ein bis zu 15 m hoher Baum mit anfangs rotbrauner, später graubrauner Rinde.

Giftige Inhaltsstoffe:
Alle Teile der Eibe, mit Ausnahme des reifen Samenmantels (Arillus) (wohl aber die Samen !), enthalten toxische Taxanderivate. Die 1856 von Lucas isolierte Gesamtfraktion dieser Verbindungen wurde als Alkaloid „Taxin“ deklariert und ist ein Gemisch aus 11 basischen Substanzen. Der Taxingehalt in den Nadeln schwankt zwischen 0,6%-2% u. in den Samen von 0,08-0,92%. Der Taxingehalt der Nadeln ist am niedrigsten im Mai und am höchsten im Januar.

Eine besondere Bedeutung hat in den letzten Jahren das Taxol erlangt. Es ist ein aus der Rinde von Taxus brevifolia isoliertes Taxanderivat und hemmt die Zellteilung. Als Wirkstoff Paclitaxel bezeichnet ist es in den USA u. in Deutschland zur Behandlung von bestimmten Tumoren (Ovarial-, Mamma- u. Bronchialkarzinomen) zugelassen. Für die Herstellung von 1 kg Taxol müssen mehr als 1000 Bäume Taxus brevifolia gefällt werden, wodurch der Bestand bedroht ist.

Die Eibe galt schon im Altertum als Todesbaum und war den Todesgöttern geweiht. Extrakte aus Eibennadeln wurden zu Morden und Selbstmorden benutzt.

Symptome der Taxusvergiftung:
Etwa eine Stunde nach Aufnahme setzten Übelkeit, Schwindelgefühl und Leibschmerzen ein. Im weiteren Verlauf kann es zu Bewusstlosigkeit, Pupillenerweiterung, Rotfärbung der Lippen, oberflächliche Atmung, erhöhter oder erniedrigter Pulsfrequenz, Blutdruckabfall u. Tod durch Atemlähmung kommen.


Tiervergiftungen:
Bekannt ist die hohe Giftigkeit der Eibennadeln für Pferde. Es sind jedoch auch andere Tiere wie Ziegen, Kühe, Schweine, Hunde u. Geflügel gefährdet.

Vergiftungen im Kindesalter:
Krenzelok et al. untersuchten die Symptome von 11197 Anfragen an alle nordamerikanischen Giftinformationszentren nach Verschlucken von Taxus-Pflanzenteilen zwischen 1985 u. 1994. 96,4% der Betroffenen waren Kinder unter 12 Jahren (92,7% jünger al 6 Jahre u. 3,7% zwischen 6 u. 12 Jahren). 92,5% der 7269 nachverfolgten Fälle hatten keine, u. 7% leichte Symptome. Bei 30 Personen kam es zu mäßigen Vergiftungserscheinungen u. bei nur 4 Personen war die Situation lebensbedrohlich.

Kleinkinder interessieren sich meistens nur für den süß-schmeckenden schleimig-fleischigen roten ungiftigen Samenmantel und haben Schwierigkeiten, den bitter-schmeckenden Samen aufzubeißen. Daher bleibt das bloße Verschlucken von Eibenfrüchten meist folgenlos.

Der Giftnotruf Erfurt wurde von 1998 bis Oktober 2008 in 621 Fällen kontaktiert, in denen Kinder Pflanzenteile einer Eibe verschluckt hatten. In der überwiegenden Mehrzahl der Fälle wurden die Früchte verschluckt, wobei es vereinzelt zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall kam.

Sofort-/Laienhilfe:
Wenn beim Verzehr von Früchten die Samen (Kerne) ausgespuckt bzw. unzerkaut geschluckt werden, ist keine Behandlung notwendig. Beim Verschlucken von bis zu 3 zerkauten Samen ist die Gabe von reichlich Flüssigkeit (Tee, Wasser oder Saft) zur Behandlung ausreichend. Bei einer größeren Menge von Früchten sollte in jedem Fall eine Arztvorstellung erfolgen. Nach der Aufnahme von Eibennadeln müssen unverzüglich Massnahmen der Giftentfernung (Magenspülung, Verabreichung von Kohle) eingeleitet und dazu der Rettungsdienst über Notruf 112 verständigt werden.

Quellen:

FROHNE D u. PFÄNDER HJ: Giftpflanzen. 5. Auflage, WVG Stuttgart 2004, S. 390-394

KRENZELOK EP, JACOBSEN TD, ARONIS J: Is the yew really poisonous to you? J Toxicol Clin Toxicol. 1998;36(3):219-23

MÜHLENDAHL KE u. Mitarb.: Vergiftungen im Kindesalter. 4. Auflage, Thieme-Verl 2003, S. 423

TEUSCHNER T u. LINDEQUIST U: Biogene Gifte. 2. Auflage, Gustav Fischer 1994, S. 147-149


Weblinks

http://www.baumkunde.de

http://de.wikipedia.org/wiki/Eiben


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