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Der „Zeckenbiss“ - ein toxikologischer Notfall ?

Um es gleich zu sagen: Obwohl den GIFTNOTRUF regelmäßig diesbezügliche Anfragen erreichen, haben Attacken von Zecken nichts mit einer Vergiftung zu tun. Es handelt sich auch nicht um eine „Bissverletzung“, sondern in der Regel um den Stich des Gemeinen Holzbocks (Ixodes ricinus), der zu den Schildzecken (Ixodidae; Ordnung Milben - Acarii; Klasse Spinnentiere - Arachnida) gehört. Wie bei den blutsaugenden Insekten (Mücken, Bremsen) enthält der Speichel der Tiere Wirkstoffe, die die Gerinnung des gesaugten Blutes und damit die Verstopfung des Saugwerkzeugs (Hypostom) verhindern, ohne dass es beim „Opfer“ zu Gerinnungsstörungen kommt. Darüber hinaus wirkt der Speichel schmerzlindernd (analgetisch) und entzündungshemmend (antiinflammatorisch), sodass der Einstich in der Regel nicht bemerkt wird. Eine Gefährdung der Gesundheit geht nur von der Übertragung der Erreger der Frühsommer-Meningoenzephalitis (Viruserkrankung) und Lyme-Borreliose (bakterielle Erkrankung) aus.

Deshalb sollten Zecken so schnell wie möglich entfernt werden, z. B. durch Extraktion mit einer tief angesetzten Pinzette oder einer Zeckenzange. Treten Krankheitserscheinungen auf, sollte umgehend der Arzt aufgesucht werden, damit gezielte diagnostische und therapeutische Maßnahmen eingeleitet werden können.

Aktuelle Karte der Risikogebiete in Deutschland (Stand Mai 2010) -

Weitere Informationen:

- Zeckenbiss – was tun? Gute Pillen - Schlechte Pillen, Auagabe 02/2007, S. 1 -

- Zeckenbiss? Keine Panik! Frühsommer-Meningoenzephalitis selten. Gute Pillen - Schlechte Pillen. Ausgabe 04/2010, S. 6

- Lyme-Borreliose. RKI-Ratgeber Infektionskrankheiten – Merkblätter für Ärzte -

- Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). RKI-Ratgeber Infektionskrankheiten - Merkblätter für Ärzte -

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