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Damit Sie nicht Ihr "blaues Wunder" erleben!

Schwere Verätzungen durch "Blaues Wunder Rohrreiniger"

Der Giftnotruf Erfurt hatte allein im Jahr 2005 41 Anfragen zu Rohrreinigern erhalten. In nahezu allen Fällen war der Reiniger tatsächlich verschluckt worden. In etwa der Hälfte der Fälle waren Kinder betroffen. Ursache ist meist die Unachtsamkeit der Eltern, wodurch die Produkte für die Kinder frei zugänglich waren. Welche schweren Folgen eine solche Unachtsamkeit haben kann, verdeutlicht der folgende Fall vom März 2006:

Ein 16 Monate altes Mädchen hatte im Abfall eine nahezu leere, mit Wasser ausgespülte Flasche "Blaues Wunder Rohrreiniger" (Inhaltsstoffe: Natriumhydroxid 50 %, Natriumnitrat 15 - 20 %) gefunden und die Reste daraus getrunken. Kurz danach kam es zu Übelkeit, mehrfachem Erbrechen und Speichelfluss. In der Klinik wurden Verätzungsspuren auf der Zunge, ein geröteter Gaumen und vermehrter Speichelfluss festgestellt. Das Mädchen erhielt schmerzlindernde Medikamente, Glucocorticoide, einen Hemmer der Magensäureproduktion und eine antibiotische Abschirmung. Am Folgetag wurde eine Spiegelung der Speiseröhre und des Magens durchgeführt. Hier wurden schwerste Verätzungen der Speiseröhre und leichtere Schleimhautschädigungen im Magen diagnostiziert. Zwei Wochen nach Krankenhausaufnahme war bei einer weiteren Magenspiegelung die Schleimhaut immer noch sehr verletzlich und es hatte sich bereits eine Verengung in der Speiseröhre gebildet. Das Mädchen erhielt nun Tee und es wurde mit einem vorsichtigen Kostaufbau (Breikost) begonnen. Das Kind wurde nach 16 Tagen Klinikaufenthalt zunächst nach Hause entlassen. Nachdem die Mutter darüber berichtete, dass ihre Tochter bei dem Versuch, dunkles festes Brot zu verzehren, den Speisebrei wieder hochwürgte, wurde ein Aufenthalt in einer Kinderchirurgischen Abteilung geplant, um gegebenenfalls eine erste Weitung der Speiseröhre vornehmen zu können. Eine Abschätzung über das Ausmaß der Schädigung auf lange Sicht konnte zum derzeitigen Zeitpunkt nicht gemacht werden.

Damit nicht Sie und Ihre Kinder ebenfalls ein "blaues Wunder" erleben, sollten Sie sich fragen, ob solche Produkte überhaupt in einen Haushalt gehören. Falls Sie dennoch Rohrreiniger im Haushalt verwenden, informieren Sie sich bitte über die Gefährdung durch Abfluss- und Rohrreiniger und stellen Sie sicher, dass diese und auch deren Reste niemals in Kinderhände gelangen können.

Hier finden Sie weitere Informationen zur Vergiftungsgefahr durch Abfluss- und Rohrreiniger.

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© Giftnotruf Erfurt 11.12.2019

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