Anfragestatistik

Informationen zu Anfragen an das GGIZ

Die Zahl der jährlichen Anfragen an das GGIZ hat sich seit seiner Gründung 1994 mehr als verdoppelt. Das ist weniger auf eine Zunahme der Vergiftungshäufigkeit als vielmehr auf eine stetig wachsende Inanspruchnahme des Zentrums zurückzuführen.

Der hohe Anteil an Expositionsfällen (Vergiftungen und Verdachtsfälle) wird durch eine große Zahl von Anrufen aus Kliniken verursacht. Im Laufe eines Jahres ist ab Juni eine deutliche Zunahme der Anfragen zu verzeichnen, die bis in den Oktober anhält, ein Zeitraum also, in dem in der natürlichen Umwelt durch giftige Pflanzen, Pilze und Tiere eine zusätzliche Gefährdung auftritt.

Bei Erwachsenen werden fast zwei Drittel der Fälle durch Arzneimittel verursacht, während bei Kindern auch durch chemisch-technische Produkte und Pflanzen eine große Zahl von Vergiftungsunfällen ausgelöst wird.

Neben den Anfragen aus den beteiligten Ländern werden Auskünfte kostenfrei auch an Anrufer aus dem gesamten Bundesgebiet erteilt. Aber auch Tierärzte und private Tierhalter werden in Erfurt mit ihren Fragen nicht abgewiesen, wenn Vergiftungsverdacht bei Haus- und Nutztieren besteht.

Beratungen/Jahr 2008 - 2017

Bundesland 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017
 Mecklenburg-Vorpommern 1753 1771 1760 1836 1823 1917 1845 1739 1827 1913
 Sachsen 5182 5721 6042 5957 6464 6176 6346 6220 6202 6341
 Sachsen-Anhalt 2187 2335 2362 2396 2481 2482 2587 2508 2591 2774
 Thüringen 3521 3771 3593 3504 3548 3745 3970 3655 3769 3830
 anderes Bundesland 5511 5473 5498 5260 5580 5879 6623 7747 9199 9400
 Unbekannt 1605 1615 1762 1574 1836 1288 1391 1586 1862 2077
 Ausland 48 51 46 62 42 56 49 50 79 84

Anrufer 2008 - 2017

Insbesondere Kliniken (45%), private Anrufer (36%) und niedergelassene Ärzte (4%) nehmen die Leistungen des GGIZ in Anspruch.

Anrufer Beratungen
Klinik 99949
Privat/Laie 80567
Artzpraxis 9361
unbekannt 7825
Rettungsdienst/Leitstelle 8618
Betrieb-gewerblich 2005
Kindergarten/-heim Schule
2180
Veterinärmedizin 1739
Sonstige 11527

Altersgruppen 2008 - 2017

Vergiftungen und Vergiftungsverdacht im Kindes- oder Jugendalter verursachen die Hälfte aller Anfragen. Kleinkinder sind dabei durch ihr Probierverhalten besonders im Haushalt und in der natürlichen Umwelt gefährdet.

Altersgruppe Anzahl
 Kind (Alter?) 826
 Säugling 10501
 Kleinkind 53018
 Schulkind 7484
 Jugendlicher 5940
 Erwachsener (Alter?) 27183
 Erwachsener 42679
 Senior 9514
 unbekannt 1249

Ort der Vergiftung 2008 - 2017

Ort  Erwachsene  Kinder/Jugendliche
Kinder-Einrichtung 8 1516
Schule 29 570
Hochschule 47 1
Strafanstalt 163 6
Sonstiges 601 143
im Freien/Öffentlichkeit 2797 5632
Medizinische Einrichtung 3087 745
Arbeitsplatz 3987 91
unbekannt 7934 2165
Haushalt und Umfeld 60723 66901

Ursache der Vergiftung 2008 - 2017

Ursache  Erwachsene  Kinder/Jugendliche
Umwelt 236 97
Straftat 461 114
Havarie 812 111
Verwechslung 1552 1327
Nebenwirkung 2596 459
Fehlanwendung 5206 1697
Missbrauch 5293 1019
unbekannt 6535 1087
akzidentell 23476 68971
Suizid 33209 2887

Risiko der Vergiftung 2008 - 2017

Das Risiko einer schweren Vergiftung ist im Erwachsenenalter deutlich höher als bei Kindern. Todesfälle durch Vergiftungen sind jedoch insgesamt selten.

Risiko Erwachsene

Risiko Erwachsene
 nicht einschätzbar 2668
 kein Zusammenhang  2967
 symptomlos 6458
 symptomatisch 20440
 leicht / gering 21683
 mittel / mäßig 13634
 schwer 11525

Risiko Kinder/Jugendliche

Risiko Kinder/Jugendliche
 nicht einschätzbar 1524
 kein Zusammenhang  1921
 symptomlos 22431
 symptomatisch 15230
 leicht / gering 32684
 mittel / mäßig 2581
 schwer 1389