Anfragestatistik

Informationen zu Anfragen an das GGIZ

Die Zahl der jährlichen Anfragen an das GGIZ hat sich seit seiner Gründung 1994 (ca. 5000 Beratungen) mehr als verfünffacht (2025 ca. 24500 Beratungen). Das ist weniger auf eine Zunahme der Vergiftungshäufigkeit als vielmehr auf eine stetig wachsende Inanspruchnahme des Zentrums zurückzuführen.

Der hohe Anteil an Expositionsfällen (Vergiftungen und Verdachtsfälle) wird durch eine große Zahl von Anrufen aus Kliniken verursacht. Im Laufe eines Jahres ist ab Juni eine deutliche Zunahme der Anfragen zu verzeichnen, die bis in den Oktober anhält, ein Zeitraum also, in dem in der natürlichen Umwelt durch giftige Pflanzen, Pilze und Tiere eine zusätzliche Gefährdung auftritt.

Bei Erwachsenen werden fast zwei Drittel der Fälle durch Arzneimittel verursacht, während bei Kindern auch durch chemisch-technische Produkte und Pflanzen eine große Zahl von Vergiftungsunfällen ausgelöst wird.

Neben den Anfragen aus den beteiligten Ländern werden Auskünfte kostenfrei auch an Anrufer aus dem gesamten Bundesgebiet erteilt. Aber auch Tierärzte und private Tierhalter werden in Erfurt mit ihren Fragen nicht abgewiesen, wenn Vergiftungsverdacht bei Haus- und Nutztieren besteht.

Beratungen/Jahr 1994 - 2009

Bundesland 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009
 Mecklenburg−Vorpommern 543 710 796 1054 1168 1284 1345 1653 1517 1599 1523 1731 1689 1717 1753 1771
 Sachsen 1378 1834 2037 2613 3384 3905 4517 4638 4708 4563 4607 4734 4745 5123 5182 5721
 Sachsen-Anhalt 998 1114 1236 1560 1863 1879 2286 2362 2165 2322 2036 2029 1993 2340 2184 2335
 Thüringen 1253 1580 1791 3000 3769 3661 3507 3475 3079 3126 3033 3448 3280 3453 3522 3771
 anderes Bundesland 744 610 540 654 805 834 1008 973 1177 1314 3615 5053 5254 5613 5514 5473
 Unbekannt 92 305 121 233 289 179 410 378 408 419 595 1178 1130 1278 1605 1615
 Ausland   36 9 10 16 12 12 19 17 41 38 35 47 45 48 51

Beratungen/Jahr 2010 - 2025

Bundesland 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025
 Mecklenburg−Vorpommern 1760 1836 1823 1918 1845 1740 1827 1913 1900 2159 2406 2339 2320 2480 2706 2835
 Sachsen 6042 5957 6467 6176 6350 6221 6202 6343 6660 7387 7428 7441 7448 7552 7484 8249
 Sachsen-Anhalt 2363 2396 2482 2483 2582 2505 2594 2775 2712 2778 2897 2999 2928 3005 3140 3441
 Thüringen 3593 3504 3550 3749 3970 3655 3771 3830 3897 3892 4051 3834 3866 3828 3782 3958
 anderes Bundesland 5498 5260 5579 5878 6627 7748 9201 9402 9690 10161 9191 9627 10477 11121 8420 8500
 Unbekannt 1761 1574 1840 1291 1397 1599 1877 2108 2152 2173 1130 1088 1125 1296 1295 861
 Ausland 46 62 36 49 42 34 60 52 102 113 109 123 175 222 129 96

Anrufer 2016 - 2025

Insbesondere Kliniken (37%), private Anrufer (47%) und Rettungsdienste (6%) nehmen die Leistungen des GGIZ in Anspruch.

Anrufer Beratungen
Privat/Laie 129643
Klinik 100947
Rettungsdienst/Leitstelle 16034
Sonstige 10957
Arztpraxis 5326
unbekannt 2655
Kindergarten/-heim Schule 2600
Heim/Wohngruppe 3464
Veterinärmedizin 1838
Betrieb-gewerblich 953

Altersgruppen 2016 - 2025

Vergiftungen und Vergiftungsverdacht im Kindes- oder Jugendalter verursachen die Hälfte aller Anfragen. Kleinkinder sind dabei durch ihr Probierverhalten besonders im Haushalt und in der natürlichen Umwelt gefährdet.

Altersgruppe Anzahl
 Kind (Alter?)

761

 Säugling 15758
 Kleinkind 70011
 Schulkind 10805
 Jugendlicher 9502
 Erwachsener (Alter?) 23979
 Erwachsener 63808
 Senior 16671
 unbekannt 2727

Ort der Vergiftung 2016 - 2025

Ort  Erwachsene  Kinder/Jugendliche
Kinder-Einrichtung 9 2293
Schule 25 1084
Hochschule 35 1
Strafanstalt 264 12
Sonstiges 165 58
im Freien/Öffentlichkeit 3861 5578
Medizinische Einrichtung 4072 1004
Arbeitsplatz 4659 91
unbekannt 4404 1197
Haushalt und Umfeld 83592 94865
Heim (seit 2019) 3372 654

Ursache der Vergiftung 2016 - 2025

Ursache  Erwachsene  Kinder/Jugendliche
Umwelt 385 172
Straftat 763 185
Havarie 1638 182
Verwechslung 7926 5253
Nebenwirkung 3642 748
Fehlanwendung 11751 5706
Missbrauch 8922 1870
unbekannt 5897 1215
akzidentell 29929 86508
Suizid 33604 4998

Risiko der Vergiftung 2016 - 2025

Das Risiko einer schweren Vergiftung ist im Erwachsenenalter deutlich höher als bei Kindern. Todesfälle durch Vergiftungen sind jedoch insgesamt selten.

Risiko Erwachsene

Risiko Erwachsene
 nicht einschätzbar 3287
 kein Zusammenhang  3367
 symptomlos 6764
 symptomatisch 36913
 leicht / gering 33129
 mittel / mäßig 11313
 schwer 9697

Risiko Kinder/Jugendliche

Risiko Kinder/Jugendliche
 nicht einschätzbar 1816
 kein Zusammenhang 2391
 symptomlos 17454
 symptomatisch 18866
 leicht / gering 62188
 mittel / mäßig 2654
 schwer 1453

Hinweis / Disclaimer

Internet: www.ggiz-erfurt.de
E-Mail:
Leitung: Dr. rer. nat. Dagmar Prasa
© Giftnotruf Erfurt 30.04.2026

HELIOS Klinikum Erfurt GmbH
Nordhäuser Str. 74 / 99089 Erfurt
Telefon: 0361 73073-0
Fax: 0361 73073-17

Der Giftnotruf Erfurt weist darauf hin, dass trotz aller Sorgfalt bei der Erstellung der Website die Nutzung der Daten auf eigene Gefahr erfolgt und insbesondere keine Gewähr für Aktualität, Vollständigkeit, Richtigkeit oder Fehlerfreiheit der Daten übernommen wird. Der Giftnotruf Erfurt haftet nicht für unmittelbare und mittelbare Schäden, die durch Nutzung der Daten entstehen.

Gedruckte Webseite: https://www.ggiz-erfurt.de/anfragestatistik.html