Ratschläge für Pilzsammler

In jedem Jahr kommt es zu Vergiftungen mit Pilzen: Die Symptome reichen von mehr oder weniger heftigen Brechdurchfällen bis hin zum Multiorganversagen mit Todesfolge. Um selbst gesammelte Pilze "ungestraft" genießen zu können, sollten Sie einige Vorsichtsmaßnahmen beachten. Insbesondere sollten Pilze, die man nicht hundertprozentig kennt, stehen gelassen oder vor dem Verzehr einem Pilzberater vorgelegt werden. Der Giftnotruf Erfurt kann bundesweit bei der Vermittlung eines Pilzberaters/Pilzsachverständigen helfen. Auch eine Suche nach einem Pilzsachverständigen auf der Website der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (DGfM) ist möglich.

Risiko der Verwechslung

Das höchste Risiko birgt die Verwechslung - im Zweifel nur Röhrenpilze sammeln!

Die giftigsten Pilze sind unter den Lamellenpilzen zu finden. So werden beispielsweise Champignons leicht mit Gift-Champignons oder auch dem tödlich giftigen Knollenblätterpilz verwechselt oder Parasole mit giftigen Schirmlingen. Der Pantherpilz und der Braune Fliegenpilz – beide sehr giftig – finden sich häufig in Pilzkörben anstelle von Perlpilzen oder Grauen Wulstlingen.

Röhrenpilze haben unter dem Hut ein Futter, das mit einem Schwamm vergleichbar ist, das Futter der Lamellenpilze gleicht einer Jalousie mit Lamellen oder einem Faltenrock. Auch Pilze ohne Lamellen oder Röhren wie zum Beispiel die Zipfel-Lorchel können zu schweren bis tödlichen Vergiftungen führen wenn sie mit den beliebten Morcheln verwechselt werden.

Pflücken, Kühlen, Putzreste aufbewahren

Pflücken Sie die Pilze im Ganzen, d.h. auch mit der Stielbasis und heben Sie sämtliche Putzreste für 24 bis 48 h an einem kühlen Ort auf; Sollten sich tatsächlich Vergiftungserscheinungen einstellen, kann das für Sie lebenswichtig sein, denn so können Pilze noch im Nachhinein durch einen Pilzberater identifiziert werden. Noch empfehlenswerter ist es, selbst gesammelte Pilze VOR der Zubereitung einem geprüften Pilzberater vorzulegen. Der Giftnotruf kann helfen, Ihnen einen Fachmann in Ihrer Nähe zu vermitteln.

Besonders häufig kommt es zu sogenannten unechten Pilzvergiftungen. Da Pilzeiweiß sehr leicht verdirbt, transportieren Sie die Pilze in einem Korb. Im Plastebeutel können sie schon auf dem Heimweg verderben. Bereiten Sie die Pilze möglichst bald zu. Auch im Kühlschrank sollten sie nur 1 - 2 Tage gelagert werden. Verwenden Sie keine Pilze, die überreif sind, eine auffällig weiche Konsistenz oder bereits Verfärbungen aufweisen. Auch üppige Pilzmahlzeiten und nicht ausreichend gegarte Pilze führen nicht selten zu Verdauungsstörungen.

Zusätzliche Risiken

Kleinkinder, sehr alte oder auch kranke Menschen sollten nur bedingt an Pilzmahlzeiten teilnehmen: Was für einen gesunden Erwachsenen nur eine unangenehme, aber vorübergehende Verdauungsstörung bedeutet, kann für diese Personengruppen lebensgefährliche Folgen haben!

Alkoholische Getränke - zum Pilzgericht oder danach genossen, führen manchmal zu gesundheitlichen Problemen und sollten daher gemieden werden.

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