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Bluthochdruckkrise nach Einnahme von Yohimberinde

Um eine potenzsteigernde Wirkung zu erzielen, hatte sich ein 67 Jahre alter Mann einen Aufguss aus Cortex Yohimbehe Concis (Yohimbeherinde, geschnitten) zubereitet. Etwa 1,5 Stunden nach der Einnahme kam es jedoch zu einem bedrohlichen Blutdruckanstieg und der Mann wurde in ein Krankenhaus eingeliefert. Dort wurde ein blutdrucksenkendes Medikament verabreicht, woraufhin sich der Blutdruck wieder normalisierte. Während der Überwachung der Herz-Kreislauf-Funktionen blieb der Blutdruck stabil und der Patient konnte am nächsten Tag entlassen werden

Die Yohimbe (Liebesbaum) gehört zur Familie der Rötegewächse (Rubiaceae). Sie ist ein immergrüner Baum mit graubrauner Rinde und kommt ursprünglich aus den Regenwäldern West-Afrikas. Wirkstoffe sind Indolalkaloide, vor allem Yohimbin, und Gerbstoffe. Yohimbin soll die Durchblutung der Unterleibsorgane fördern. Das isolierte Alkaloid Yohimbinhydrochlorid ist rezeptpfichtig. Extrakte der Yohimberinde werden in Fertigpräparaten vor allem bei Potenzstörungen, daneben auch gelegentlich bei Harninkontinenz angewendet. In der Laienpresse wird für entsprechende Mittel zur Steigerung der sexuellen Leistungsfähigkeit sowie bei allgemeiner Schwäche und Erschöpfungszuständen geworben. Die Wirkung ist jedoch nicht zweifelsfrei belegt. Als Nebenwirkungen wurden Erregungszustände, Zittern, Schlaflosigkeit, Angst, Blutdruckerhöhung, Übelkeit, Erbrechen und Leberschäden beschrieben. Besonders unvorhersehbar ist die Wirkung nach Einnahme von selbst zubereiteten Tees oder Extrakten, da die Konzentrationen je nach Ausgangskonzentration in den Pflanzenteilen und Zubereitungsform stark schwanken können.

Wegen dieser unvorhersehbaren Wirkungen ist daher von einer unkontrollierten Einnahme abzuraten.

Haben Sie bereits ein Yohimbin-haltiges Präparat eingenommen, sollten Sie umgehend ein Giftinformationszentrum konsultieren, um die Gefährdung einzuschätzen bzw. bei schweren Symptomen sofort den Rettungsdienst (Notruf 112) verständigen!

Quellen

  • Das neue Handbuch der Heilpflanzen. Botanik, Arzneidrogen, Wirkstoffe, Anwendungen. Ingrid und Peter Schönfelder. Kosmos Verlag. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2004, S. 327

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© Giftnotruf Erfurt 11.12.2019

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