Gefährdung durch mit Fipronil belastete Eier

Auch der Giftnotruf Erfurt hat mehrere Anfragen erhalten, seitdem bekannt wurde, dass mit Fipronil belastete Eier in den Handel gelangt sind. Dabei handelte es sich in keinem Fall um akute Vergiftungen, die auf Fipronil zurückzuführen wären. Vielmehr riefen vor allem besorgte Eltern vorsorglich an, deren Kinder Eier verzehrt hatten.

Inzwischen hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ausführlich zu einer möglichen Gefährdung durch den Verzehr belasteter Eier Stellung genommen. Es ist davon auszugehen, dass selbst bei einer Belastung mit 1,2 mg Fipronil/kg Ei ein Kind mit einem Körpergewicht von 16,15 kg rein mathematisch 1,7 Eier (bei einem Eigewicht von 70 g) und ein Erwachsener von 65 kg Körpergewicht 7 Eier an einem Tag (einmalig bzw. innerhalb von 24 Stunden) essen kann, ohne dass der gesundheitliche Richtwert, die akute Referenzdosis (ARfD), überschritten wird. Die ARfD ist diejenige Substanzmenge, die über die Nahrung innerhalb eines Tages oder mit einer Mahlzeit aufgenommen werden kann, ohne dass daraus ein erkennbares Gesundheitsrisiko für den Verbraucher resultiert. Sie beträgt für Fipronil 0,009 mg/kg Körpergewicht.

Fipronil ist ein breit wirksames Insektizid und Akarizid (Mittel gegen Milben) mit neurotoxischer Wirkung. Es blockiert im Nervensystem wirbelloser Tiere Ionenkanäle. Es wirkt als Kontaktgift und wird in der Tiermedizin bei Hunden, Katzen u.a. Haustieren (Verwendung als Spray- oder Spot on-Behandlung) zur Bekämpfung von Flöhen, Läusen, Milben und Zecken eingesetzt. Aufgrund der hohen Spezifität der Wirkung wird eine solche Behandlung von den Tieren in therapeutischer Dosierung gut vertragen.

Darüber hinaus wird Fipronil in handelsüblichen Mitteln gegen Ameisen verwendet.

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