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Heilpflanze des Jahres 2019 - Johanniskraut

Das Johanniskraut (Hypericum perforatum) wird seit Jahrhunderten vielseitig eingesetzt und kommt vordergründig zur Behandlung bei leichten bis mittelschweren Depressionen, Angstzuständen, aber auch äußerlich u.a. zur Behandlung von Schürfwunden, Verbrennungen oder Hexenschuss zum Einsatz.
Wir möchten die Benennung des Johanniskrautes zur Heilpflanze 2019 zum Anlass nehmen, um auch auf die potentiellen Risiken dieser Pflanze hinzuweisen. Johanniskraut-Präparate sind zum Teil freiverkäuflich in der Apotheke zu erwerben, jedoch sollte die Einnahme nur nach einer umfangreichen Beratung erfolgen.

Gefährdung durch Wechselwirkung

Bevor Johanniskraut-Präparate eingenommen werden, sind evtl. Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten zwingend abzuklären. Durch die gemeinsame Einnahme kann die Wirkung bestimmter Arzneistoffe verringert oder erhöht sein.      
Aus diesem Grund sollte die gleichzeitige Einnahme z.B. mit oralen Kontrazeptiva („Pille“), Immunsuppressiva, Gerinnungshemmern, Antidepressiva, Digitoxin/Digoxin, HIV-Medikamenten und Chemotherapeutika nicht erfolgen. Es handelt sich hierbei nur um ausgewählte Beispiele, sodass jede Kombination durch einen Arzt und/oder Apotheker zu prüfen ist. Bei Nichtbeachtung von Wechselwirkungen kann es zu schwerwiegenden unerwünschten Arzneimittelreaktionen kommen.

Symptome bei Überdosierung

Ein unsachgemäßer Gebrauch kann zu Magen-Darm-Beschwerden, allergischen Reaktionen, Bewusstseinsstörung, Verwirrtheit, Kopfschmerzen, Mundtrockenheit sowie Unruhe führen. Zu Überdosierungen liegen bisher nur wenige Daten vor. Bei Überdosierungen besteht eine besondere Gefährdung durch: erhöhte Phototoxizität, Verwirrtheitszustände, Krampfanfälle, Bewusstseinstrübung, Zittern, Fieber.

Sofort-/Laienhilfe

  • Kein Erbrechen auslösen.
  • Bei jeder Überdosierung Giftinformationszentrum konsultieren, um die Gefährdung einzuschätzen!
  • Bei lebensbedrohlichen Zuständen (Atem- oder Kreislaufstillstand, Bewusstlosigkeit)
    • sofort Rettungsdienst (Notruf 112) verständigen,
    • Erste Hilfe nach den aktuellen Empfehlungen leisten!

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Hinweis / Disclaimer

Internet: www.ggiz-erfurt.de
E-Mail: ggiz@ggiz-erfurt.de
Komm. Leitung: Dr. rer. nat. Dagmar Prasa
© Giftnotruf Erfurt 22.09.2020

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