Vorsicht bei der Verwendung von Rohrreinigern

Im Januar 2016 erreichte uns ein Anruf aus einer Kinderklinik. Ein einjähriger Junge hatte eine Stunde zuvor im Badezimmer ausgebrachten Rohrreiniger mit der Zahnbürste aufgenommen und beim Zähneputzen im Mund verteilt. Bei Vorstellung in der Kinderklinik hatte das Kind eine Lippenschwellung, starken Speichelfluss, Schleimhautveränderungen im Mund und verweigerte die Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme. Der Giftnotruf Erfurt hat empfohlen, den Mund mit etwas Wasser auszuspülen und das Kind wegen Gefahr schwerer Komplikationen stationär zu überwachen. Mittels einer Magenspiegelung konnten Schleimhautschäden in Speiseröhre und Magen ausgeschlossen werden, sodass in den Folgetagen mit leichtem Kostaufbau begonnen werden konnte.

Von 2006 bis 2015 erhielt der Giftnotruf Erfurt 505 Anfragen zu Rohrreinigern. In etwa einem Drittel der Fälle waren Kinder betroffen. Ursache ist meist die Unachtsamkeit der Eltern, wodurch die Produkte für die Kinder frei zugänglich waren. Im oben geschilderten Fall hatte das Kind Glück im Unglück. Rohrreiniger enthalten meist hochkonzentrierte Laugen oder starke Säuren. In schweren Fällen können lebensgefährdende Frühschäden (Durchbruch in den Brust- oder Bauchraum, die eine chirurgische Entfernung der Speiseröhre und/oder Magens erforderlich machen) oder lebensbeeinträchtigende Spätschäden (starke Einengung von Speiseröhre und Magen durch Narbengewebe, erhöhtes Krebsrisiko an Stelle des Narbengewebes) die Folge sein.

Bitte informieren Sie sich über die Gefährdung durch Abfluss- und Rohrreiniger und stellen Sie sicher, dass diese und auch deren Reste niemals in Kinderhände gelangen können.

Hier finden Sie weitere Informationen zur Vergiftungsgefahr durch Abfluss- und Rohrreiniger.

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