"Spice" - mit unbekanntem Risiko

Von dieser als "Räucherware" angebotenen Mischung verschiedener Käuter diverser Pflanzen versprechen sich die Konsumenten Cannabis-ähnliche Wirkungen. Wie bei anderen "biogenen Drogen" sind die genaue Zusammensetzung der Mischung unbekannt und die psychotropen Wirkstoffe der Pflanzen unzureichend untersucht. Selbst die Händler der "Headshops" sind sich inzwischen nicht mehr so sicher, ob sie den Kunden wirklich nur ein rein pflanzliches Produkt verkaufen. Die Wirkungsqualität und -stärke entsprechen offensichtlich nicht den Erwartungen.

In einem vom Giftnotruf Erfurt beratenen Fall wurde von den behandelnden Ärzten über starkes Herzrasen, Blutdruckanstieg und Schwitzen bei einer Konsumentin berichtet. Bei einem "Selbstversuch" unter ärztlicher Aufsicht kam es bei einem Probanden ebenfalls innerhalb kurzer Zeit zu einem starken Anstieg der Herzfrequenz. Diese Wirkungen sind eher Stimulanzien zuzuordnen und lassen an weitere Gefahren durch Herzrhythmusstörungen, Durchblutungsstörungen des Herzens und anderer Organe, Sehstörungen und Krampfneigung denken. Aus toxikologischer Sicht liegt die Vermutung nahe, dass diese Symptome durch bisher nicht bekannte Zusätze verursacht sind. Das Führen eines Kraftfahrzeugs unter der Einwirkung von "Spice" erscheint hochgradig riskant.

Zu langfristigen Wirkungen bei regelmäßigem Konsum können derzeit keine Aussagen getroffen werden.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät vom Konsum der Kräutermischung "Spice" ab.

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