Tödliches Treibgas

Seit Mitte der 1990er Jahre ist eine stetige Zunahme der missbräuchlichen Anwendung von Feuerzeuggas und Treibgasen zu verzeichnen, um Rauschzustände auszulösen. Dem Erfurter Giftinformationszentrum wurden von 1998 bis 2005 insgesamt 26 Fälle bekannt, bei denen in 25 % schwere Symptome, wie Bewusstlosigkeit, Herz-Kreislauf-Stillstand und Atemstillstand auftraten. Die Hälfte dieser Patienten verstarb.

Am 30.05.2006 berichtete die Süddeutsche Zeitung über einen Elfjährigen, der nach dem vermutlich missbräuchlichen Schnüffeln von Deospray an Herzversagen gestorben war, nachdem er zuvor 10 Tage im Koma gelegen hatte.

Der Giftnotruf Erfurt warnt vor den Gefahren des Schnüffelns, denn bei hemmungslosem Probieren besteht vor allem für Jugendliche schon beim ersten Versuch die Gefahr, den Rausch nicht zu überleben.

Durch die rasch einsetzende Bewusstseinstrübung ist die Rauschwirkung für den Konsumenten kaum steuerbar. In der Anfangsphase kann es zum Ersticken an Erbrochenem kommen. Durch eine Schädigung des Reizleitungssystems werden in der Folge lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen ausgelöst ("sudden sniffing death syndrome"). Schließlich führt der Sauerstoffmangel innerhalb weniger Minuten zur Hirnschädigung, die auch nach erfolgreicher Herz-Kreislauf-Wiederbelebung nicht rückgängig zu machen ist.

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