Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.

Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Lebensgefahr durch übermäßiges Trinken im Vergiftungsfall

Gemeinsame Pressemitteilung Giftnotruf Berlin - Erfurt - Freiburg

Im Dezember 2006 wurde eine Patientin mit zunehmender Bewusstseinstrübung und nach einem cerebralen Krampfanfall mit der Feuerwehr in eine Potsdamer Klinik gebracht. Von den Angehörigen wurde berichtet, die Patientin habe versehentlich eine größere Menge eines Entkalkers getrunken, daraufhin erbrochen, über Übelkeit geklagt und zur "Entgiftung" sofort mehrere Liter Wasser getrunken. Die Untersuchungen in der Klinik bestätigten den Verdacht einer schweren "Wasservergiftung", die durch Umverteilung von Wasser und Salzen zwischen Blut und Geweben zu den lebensgefährlichen Krankheitserscheinungen geführt hatte. Die Patientin wurde auf der Intensivstation entsprechend behandelt und hat Dank des schnellen Eingreifens der Ärzte überlebt.

In einem vorangegangenen Fall musste ein Patient nach dem Verzehr selbst gesammelter Pilze mehrfach erbrechen. Der Patient trank wegen seiner vermeintlichen Pilzvergiftung innerhalb kurzer Zeit drei Liter Wasser. In den Stunden danach verschlechterte sich sein Zustand, der Patient verlor das Bewusstsein, hatte cerebrale Krampfanfälle und entwickelte eine Hirnschwellung. Auch in diesem geschilderten Fall war die Ursache der Hirnschwellung die zugeführte große Wassermenge und nicht die zunächst vom Patienten befürchtete Pilzvergiftung. Auch dieser Patient konnte von den Ärzten gerettet werden.

Zur "Entgiftung" im Sinne einer vermeintlich schnelleren Ausscheidung aufgenommener Fremdstoffe trägt das übermäßige Trinken nicht bei, und unter Umständen sind die Nieren nicht in der Lage, so große Flüssigkeitsmengen in kurzer Zeit wieder auszuscheiden. Insbesondere bei bestehender Übelkeit und/oder Erbrechen kann das Blutvolumen ansteigen und der Salzgehalt des Blutes so stark abfallen, dass Wasser in die Zellen eindringt und diese anschwellen. Das Volumen, z.B. der Gehirnzellen nimmt dementsprechend zu. Durch die Schädelknochen hat das Gehirn aber nur geringe Möglichkeiten sich auszudehnen, und so kann es zu einer tödlichen Einklemmung des Gehirns kommen.

Die Giftinformationszentren warnen eindringlich davor, bei Vergiftungsverdacht mehr als ein bis zwei Gläser Wasser zu trinken. In jedem Fall sollte zunächst der regionale Giftnotruf konsultiert werden. Den Anweisungen der Giftberatung sollte gefolgt werden. Ist durch übermäßiges Trinken bereits eine Bewusstseinsstörung eingetreten, muss sofort der Notarzt über 112 gerufen werden.

Weitere Informationen und Auskünfte im Notfall erhalten Sie rund um die Uhr unter:

  • Giftnotruf Berlin 030-19240
  • Giftnotruf Erfurt 0361-730730
  • Giftnotruf Freiburg 0761-19240

Zurück

Hinweis / Disclaimer

Internet: www.ggiz-erfurt.de
E-Mail: ggiz@ggiz-erfurt.de
Komm. Leitung: Dr. rer. nat. Dagmar Prasa
© Giftnotruf Erfurt 04.12.2019

c/o HELIOS Klinikum Erfurt
Nordhäuser Str. 74 / 99089 Erfurt
Telefon: 0361 73073-0
Fax: 0361 73073-17

Der Giftnotruf Erfurt weist darauf hin, dass trotz aller Sorgfalt bei der Erstellung der Website die Nutzung der Daten auf eigene Gefahr erfolgt und insbesondere keine Gewähr für Aktualität, Vollständigkeit, Richtigkeit oder Fehlerfreiheit der Daten übernommen wird. Der Giftnotruf Erfurt haftet nicht für unmittelbare und mittelbare Schäden, die durch Nutzung der Daten entstehen.

Gedruckte Webseite: https://www.ggiz-erfurt.de/aktuelles-detail/trinken-im-vergiftungsfall.html