Gefährdung durch weggeworfene Medikamente

"Alte Arzneimittel mit abgelaufenem Verwendbarkeitsdatum nehmen Apotheken zurück. Sie gehören nicht in den Müll, damit Kinder sie nicht für Bonbons halten, so Elmar Esser, Sprecher der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA)." (Zitat aus dem Artikel "Medikamenten-Müll" von Silke Freyaldenhoven)
Dass diese Forderung eine Berechtigung hat, soll an folgendem Beispiel gezeigt werden:

Im Januar 2006 hatten ein 4-jähriges Mädchen und ihr 6-jähriger Bruder zuhause im Müll eine Blisterpackung mit Tabletten eines blutgerinnungshemmenden Medikamentes gefunden. Die Mutter überraschte die beiden dabei und fuhr mit den beiden in die nächste Klinik. Diese kontaktierte wiederum den Giftnotruf Erfurt. Die Kinder stritten zunächst jegliche Tabletteneinnahme ab, gaben schließlich aber zu, jedes höchstens eine Tablette verschluckt zu haben. Vom Giftnotruf Erfurt wurde geraten, die nächsten Tage die Blutgerinnung (Quickwert) ambulant zu kontrollieren und bei Absinken des Quick-Wertes Vitamin K zu verabreichen. Der Quick-Wert für das Mädchen war am nächsten Tag auf die Hälfte der Norm abgefallen, während der Junge einen normalen Wert aufwies. Daraufhin wurde das Mädchen stationär aufgenommen und erhielt Vitamin K. Nach einigen Stunden stieg der Quickwert des Mädchens wieder an. Blutungen traten nicht auf. Nach 2 Tagen konnte das Mädchen zur ambulanten Kontrolle entlassen werden.

Hier finden Sie weitere Informationen zur Vergiftungsgefahr durch Arzneimittel.

Quellen

  • Freyaldenhoven S. Medikamenten-Müll. Medizin heute, Heft 4/2004, S. 14-16

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