Achtung bittere Zucchini

Im August 2015 wurde von mehreren deutschen Tageszeitungen über einen tödlich verlaufenen Fall eines 79-jährigen Mannes berichtet, der zusammen mit seiner Frau einen bitter schmeckenden Zucchiniauflauf gegessen habe und an den dadurch verursachten Magen-Darm-Beschwerden verstorben sei. Die Frau habe weniger verzehrt und hatte eine geringer ausgeprägte Symptomatik. Das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart warnte wegen dieses Falles vor dem Verzehr bitter schmeckender Zucchini, Gurken und Kürbisse.

Beim Giftnotruf Erfurt gingen daraufhin vermehrt Anrufe besorgter Bürger ein, die sich über die Gefährdung durch den Verzehr bitter schmeckender Zucchini erkundigen wollten. Zwischen 2000 und 2015 gab es insgesamt 22 Anfragen von Personen, die bitter schmeckende Zucchini verzehrt hatten. In den meisten Fällen kam es zu leichten bis mittelschweren Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. In wenigen Fällen traten gar keine Beschwerden auf. Ein schwerer Vergiftungsfall wurde nicht berichtet.

Dennoch zeigen der oben erwähnte und einige in der Literatur angeführte Fälle, dass schwer verlaufende Vergiftungen nicht auszuschließen sind. Grund hierfür sind die Inhaltsstoffe (Cucurbitacine) in bitteren Kürbisgewächsen. Diese besitzen eine starke Reizwirkung. In Zuchtsorten wurden sie gezielt "herausgezüchtet", allerdings ist es natürlicherweise möglich, dass ursprünglich nicht mehr bittere Kürbisgewächse durch sogenannte Rückmutationen wieder bitter und somit giftig werden.

Deshalb sollte auf den Verzehr bitter schmeckender Zucchini oder anderer Kürbisgewächse wie Gurken, Kürbisse oder Melonen unbedingt verzichtet werden! Wurde dennoch etwas gegessen, sollte man sich beim Auftreten von Magen-Darm-Beschwerden in ärztliche Behandlung begeben.

Hier finden Sie weitere Informationen zur Vergiftungsgefahr durch bittere Kürbisgewächse.

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