Lebensgefahr bei Fehlanwendung von Methotrexat

Der Giftnotruf Erfurt erhält immer wieder Anfragen zu Überdosierungen von Methotrexat und berichtete bereits 2012 über die Gefährdung bei Fehlanwendung von Methotrexat.

Methotrexat (MTX) ist ein Immunsuppressivum, das als Standard-Basistherapie der rheumatoiden Arthritis eingesetzt und dabei in der Regel mit niedrig dosiertem Prednisolon kombiniert wird. MTX darf nur wöchentlich in einer Anfangsdosiserung von 7,5 mg eingenommen werden. Diese Dosis kann schrittweise bis auf wöchentlich 20 mg gesteigert werden. In der Fachinformation wird darauf aufmerksam gemacht, dass die Patienten auf die Besonderheit der wöchentlichen Gabe ausdrücklich hinzuweisen sind und der verordnende Arzt den Wochentag der Einnahme auf der Verordnung vermerken sollte. Diese wichtige Empfehlung wird offensichtlich immer wieder nicht beachtet oder übersehen. Es liegen Berichte vor, bei denen eine Überdosierung aufgrund irrtümlicher täglicher Einnahme von Methotrexat anstelle einer wöchentlichen Einnahme zu schweren Schädigungen bis hin zum Tod der Patienten geführt hat. Bereits die Einnahme einer geringen Dosis von 2 mg pro Tag kann nach nur 6 Tagen tödlich enden (BfArM 2009).

Von Anfang 2005 bis Ende August 2014 gab es beim Giftnotruf Erfurt 78 Anfragen zu Methotrexat, davon waren 34 Fälle Fehlanwendungen:

Anwendung 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
keine Fehlanwendung 3 5 5 3 1 6 2 5 6 8
Fehlanwendung 2 2 1 6 1 4 4 8 4 2

In 21,8 % aller Fälle kam es zu schweren Symptomen, ein Fall endete tödlich:

Ein 76-jähriger Mann erhielt während eines Klinikaufenthaltes 8 Tage lang täglich 15 mg MTX anstatt einmal wöchentlich. Zum Zeitpunkt des Anrufes beim Giftnotruf Erfurt hatte der Patient bereits deutliche Symptome, die trotz sofortiger Verabreichung des Gegenmittels Calciumfolinat zum Tod des Patienten führten.

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