Komplikationen durch Fremdkörper in der Nase

Der folgende Fall zeigt eindrücklich die Komplikationen, die durch Fremdkörper in der Nase entstehen können:

Ein fünfjähriges Mädchen kam in eine Klinik, weil es seit 2 Tagen weinerlich war. Am Vortag hatte es Nasenbluten mit Schleimbeimengung. Die Nasenatmung war deutlich behindert, die Nase war empfindlich bei Berührung und das Kind hatte eine leicht erhöhte Körpertemperatur. Blutbild und andere Parameter im Blut deuteten auf eine Entzündung hin. Eine Röntgenaufnahme der Nasennebenhöhlen zeigte einen Sekretspiegel in beiden Oberkieferhöhlen. Darüberhinaus war eine Schleimhautschwellung links betont mit einem 11 x 4 mm großen metalldichten Fremdkörper sichtbar. Noch am Aufnahmetag wurde der Fremdkörper, eine Knopfzellbatterie, aus der Nase in Allgemeinnarkose durch einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt entfernt. Während der Operation war abgestorbenes Schleimhautgewebe um die ganze Zelle der seitlichen Nasenwand erkennbar. Am hinteren Bereich der Nasenscheidewand war freier Eiter sichtbar. Nach der Operation wurde das Mädchen noch mit physiologischer Kochsalzlösung, abschwellenden Nasentropfen und Antibiotika behandelt. Unter dieser Therapie besserten sich die Entzündungszeichen und das Mädchen wurde nach 12 Tagen Klinikaufenthalt geheilt nach Hause entlassen.

Anzeichen für einen Fremdkörper in der Nase sind:

  • Einseitige Behinderung der Nasenatmung
  • Juckreiz
  • Niesen
  • akuter Schmerz, eventuell mit Blutaustritt bei spitzen Gegenständen, die die Nasenschleimhaut verletzen
  • Sekretabsonderung
  • übler, fauliger Geruch mit eitrigem Sekret, wenn ein Fremdkörper über einen längeren Zeitraum im Nasengang bleibt


Vorgehensweise:

  • Nur ein sichtbarer Fremdkörper, der aus dem Nasengang oder dem äußeren Gehörgang herausragt, darf durch vorsichtiges Ziehen entfernt werden.
  • Ist der Gegenstand zwar sichtbar, lässt sich aber nicht fassen, muss er an Ort und Stelle bleiben.
    Wenn man versucht, den Gegenstand herauszuziehen, wird er in der Regel immer tiefer geschoben und kann die Schleimhaut verletzen.
    Achtung: Versuche, den Fremdkörper mit einer Pinzette, Schere oder ähnlichem zu greifen, können zu zusätzlichen Verletzungen führen!
  • Es ist eine umgehende Vorstellung beim Hals-Nasen-Ohren Arzt erforderlich, damit eine sichere instrumentelle Entfernung gegebenenfalls in Narkose erfolgen kann.

Zurück