Neue Informationen zur Gefahr von Leberschäden durch Schöllkraut

Der Giftnotruf Erfurt berichtete bereits 2011 über die Gefahr von Leberschäden durch Schöllkraut.

Im Rahmen eines Risikobewertungsverfahrens für Schöllkraut-haltige Arzneimittel zur innerlichen Anwendung hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) bereits 2008 einen Bescheid erlassen, in dem für Arzneimittel mit einer Tagesdosierung von mehr als 2,5 mg Gesamtalkaloide die Zulassung widerrufen und für Arzneimittel mit einer Tagesdosierung von 2,5 µg bis 2,5 mg Gesamtalkaloide Änderungen der Produktinformationen angeordnet wurden.

Im Jahr 2018 wurden dem BfArM neue Nebenwirkungsmeldungen von Leberschädigungen im Zusammenhang mit der Anwendung des Medikamentes Iberogast® bekannt, unter anderem ein zweiter Fall eines Leberversagens mit Lebertransplantation, der leider tödlich endete. Nun setzt die Firma Bayer auf Drängen des BfArM die im Risikobewertungsverfahren angeordneten Änderungen der Fach- und Gebrauchsinformation für dieses Arzneimittel um.

Folgende Ergänzungen wurden an der Fach- und Gebrauchsinformation vorgenommen:

  • Bei bestehenden oder früheren Lebererkrankungen sowie bei gleichzeitiger Anwendung von hepatotoxischen Arzneimittelns darf Iberogast® nicht eingenommen werden.
  • Iberogast® darf in der Schwangerschaft und Stillzeit nicht eingenommen werden.
  • Wenn Zeichen einer Leberschädigung (Gelbfärbung der Haut oder der Augen, dunkler Urin, entfärbter Stuhl, Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit, Appetitverlust, Müdigkeit) auftreten, soll die Einnahme beendet und ein Arzt aufgesucht werden.

Hier finden Sie weitere Informationen zur Vergiftungsgefahr durch Schöllkraut.

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