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Giftpflanze des Jahres 2021 - Schlafmohn

Die Giftpflanze des Jahres wird seit 2005 jedes Jahr vom Botanischen Sondergarten in Hamburg-Wandsbek präsentiert. Mit dieser Aktion soll auf heimische Pflanzen mit giftiger Wirkung aufmerksam gemacht und über diese informiert werden. 2021 wurde der Mohn bzw. Schlafmohn (Papaver somniferum) zur Giftpflanze des
Jahres gewählt.

Der Gattungsname „Papaver“ stammt aus dem Lateinischen und steht für „Mohn“, während der Artname „somniferum“ übersetzt „schlafbringend“ bedeutet.

Als Arzneipflanze ist der Schlafmohn schon seit ca. 5000 Jahren bekannt, unterliegt heute aber dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG), sodass die Pflanze in Deutschland nur noch mit Sondergenehmigung kultiviert werden darf - unabhängig davon, ob die enthaltenen Alkaloide bzw. die Mohnsamen gewonnen werden sollen oder ob die Pflanze als Zierpflanze verwendet wird.

Charakteristisch für den Schlafmohn sind die großen, kugeligen Samenkapseln, in denen sich sowohl die Mohnsamen als auch der alkaloidhaltige Milchsaft befinden, der in getrockneter Form als (Roh-)Opium bezeichnet wird. Die aus dem Rohopium isolierten Alkaloide (z.B. Morphin, Codein, Papaverin) besitzen u.a. schlaffördernde, schmerzstillende, hustenstillende und entkrampfende Wirkung und werden auch in der modernen Medizin breit angewendet.

In den ölreichen Saatkörnern des Schlafmohns sind kaum Alkaloide enthalten, sodass diese zum Kochen und Backen verwendet werden und toxikologisch i.d.R. unproblematisch sind. Allerdings kann es durch mangelnde Sorgfalt bei der Ernte zu einer Kontamination der Körner mit Alkaloiden aus dem Milchsaft der Kapsel kommen. Nach Verzehr von mohnhaltigen Lebensmitteln ist es also durchaus möglich, dass ein Drogenschnelltest positiv ausfällt.

Für Säuglinge und Kleinkinder kann der Verzehr mohnhaltiger Lebensmittel problematisch sein.  So führte die Verabreichung von mit Mohnsamen gekochter und abgeseihter Milch an einen Säugling zu deutlichen Vergiftungserscheinungen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt davor, Hausmittel mit
Backmohn einzusetzen, wenn Säuglinge oder Kleinkinder nicht durchschlafen.

Im Zusammenhang mit Opiumalkaloiden sind bei Überdosierung oder Vergiftung gastrointestinale Symptome wie Übelkeit und Erbrechen sowie Schläfrigkeit und Blutdruckabfall, aber auch potentiell lebensbedrohliche Symptome wie Atemstörungen, Krampfanfälle und Koma möglich.

Sofort-/Laienhilfe

Bei Verdacht auf Vergiftungen mit Schlafmohn sollte der Giftnotruf kontaktiert werden!

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Komm. Leitung: Dr. rer. nat. Dagmar Prasa
© Giftnotruf Erfurt 15.01.2021

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