Eichen­prozessions­spinner breitet sich in Thüringen weiter aus

Wie aus einer aktuellen Mitteilung von Thüringen-Forst (23.05.2018) hervorgeht, schreitet die Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners nach Ost- und Nordthüringen fort, nachdem 2017 bereits Südthüringen stärker betroffen war. Das GGIZ erreichten zwei diesbezügliche Anfragen. Die aktuelle Anfragestatistik der Jahre 2008 bis 2017 verzeichnet insgesamt 20 Fälle, bei denen 12 Kinder und 8 Erwachsene vor allem durch Kontakt der Haut und der Augen mit den Raupenhaaren geschädigt wurden.

Wie das Julius Kühn-Institut (Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen) in einem Flyer informiert, schlüpfen die Raupen mit dem Beginn der Vegetationszeit (Ende April/Anfang Mai), die bis zu ihrer Verpuppung im Juni/Juli sechs Larvenstadien durchlaufen. Die stark behaarten Tiere sind zunächst gelblich-braun gefärbt, später nehmen sie eine bläulich-schwarze Färbung an. Sie sind maximal 5 cm lang. Ab dem dritten Larvenstadium werden Brennhaare entwickelt, von denen die Gesundheitsgefährdung ausgeht .

Jeder Kontakt mit den Tieren sollte vermieden werden. Bekannte befallene Waldgebiete sollten gemieden werden. Sowohl die Brennhaare der vitalen Raupen wie auch die Häutungsreste und verlassene Nester können eine heftige Reizwirkung in den Augen, an der Haut und in den Atemwegen mit Jucken, Brennen, Hautausschlag, Bindehautentzündung, Husten und Atemnot wie bei einem Asthmaanfall auslösen. Die Hautreaktionen können ein bis zwei Wochen anhalten. Die Kleidung und die Schuhe müssen gründlich gereinigt werden. Bei wiederholtem Kontakt kann es durch eine Sensibilisierung zu gefährlichen allergischen Reaktionen (Anaphylaxie) kommen. Dann besteht u.U. sogar Lebensgefahr.

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