Fachtag Cannabis - Erfurt 11. Oktober 2006

Im Gegensatz zu bisherigen Einschätzungen zeichnet sich immer deutlicher ab, dass der chronische Konsum von Cannabis-Produkten nicht nur eine behandlungsbedürftige Abhängigkeit, sondern auch relevante Gesundheitsschäden zur Folge hat sowie eine beträchtliche psychiatrische Komorbidität aufweist - so die Einschätzung der AWMF-Leitlinie "Cannabis-bezogene Störungen". Von besonderer Bedeutung ist in diesem Zusammenhang, dass die Zahl der Konsumenten in den letzten Jahren stetig angestiegen ist und der erste Kontakt mit Cannabis bei Kindern und Jugendlichen immer früher stattfindet. "In der Altersgruppe der 12- bis 25-jährigen haben demnach 26% mindestens einmal im Leben Cannabis konsumiert." 4 - 7 % der Konsumenten sind von Cannabis abhängig. Durch Cannabis verursachte Drogennotfälle bei Erstkonsumenten können mit psychotischen Zuständen einhergehen. Mehr als zwei Drittel der Cannabiskonsumenten leiden an psychiatrischen Erkrankungen (Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen, Angsterkrankungen, Depressionen, selten schizophrene Psychosen), die in Beziehung zum Einstiegsalter, zur der Stärke des Konsums und zur Schwere der Abhängigkeit stehen.

Der Fachtag, der gemeinsam von der Thüringer Koordinierungsstelle Suchtprävention und der Koordinierungsstelle Suchtprävention des Gesundheitsamtes Erfurt organisiert wird, findet am 11. Oktober 2006 im Festsaal des Erfurter Rathauses statt. Er wird die aktuelle Sichtweise auf die mit dem Cannabiskonsum verbundenen Gefahren verdeutlichen und Behandlungsmöglichkeiten aufzeigen. Weitere Anliegen sind die Darstellung von Ansätzen für die Prävention und die Beratung von Konsumenten. Die Veranstaltung ist von der Landesärztekammer Thüringen zertifiziert (7 Fortbildungspunkte).

Hier finden Sie weitere Informationen zur Vergiftungsgefahr durch Cannabis.

Quellen

  • AWMF-Leitlinie "Cannabis-bezogene Störungen". Fortschr. Neurol. Psychiat. 2004; 72(6): 318-329

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