Hände weg vom Ölkäfer!

Ölkäfer (Meloidae), auch als Blasenkäfer oder Pflasterkäfer bezeichnet, sind eine weltweit verbreitete Familie der Käfer mit ca. 2700 Arten, von denen in Mitteleuropa etwa 30 Arten vorkommen. Die Larven der Käfer sind Brutparasiten von Wildbienen und haben einen komplizierten Vermehrungszyklus. Deshalb sind sie selten und stehen unter Naturschutz. Im Frühjahr verlassen die fertig entwickelten Käfer ihre Behausung und können dann gesichtet werden; daher auch die Bezeichnung „Maiwürmer“.

Sie sollten aber besser nicht angefasst werden. Bei Berührung scheiden die Käfer an den Gelenken der Beine ein Sekret (sogenannte Hämolymphe) aus, das sie vor Fressfeinden schützen soll. Das darin enthaltene Cantharidin besitzt auch für die menschliche Haut reizende Wirkungen. Durch die Auflösung der zwischen den einzelnen Hautzellen bestehenden Verbindungen (Akantholyse) kann es zur Blasenbildung kommen. Deshalb sollten die benetzten Hautstellen nach Kontakt mit dem Sekret sofort gereinigt, am besten mit Wasser und Seife gewaschen werden.

Bei missbräuchlicher Verwendung von Cantharidin als Reinsubstanz besteht aufgrund der hohen Toxizität eine erhebliche Vergiftungsgefahr. Nach der Einnahme kommt es im Magen-Darm-Trakt zur Schädigung der Schleimhaut, die mit Speichelfluss, Durstgefühl, Schluckbeschwerden, Übelkeit, Erbrechen und Krämpfen einhergeht. Cantharidin wird mit dem Urin ausgeschieden. Es kommt zu heftigen Schmerzen in der Nierengegend, in der Blase und der Harnröhre. Der Urin kann blutig sein (Hämaturie) und es kann eine schmerzhafte, langanhaltende Erektion (Priapismus) eintreten. Im Extremfall kann die Vergiftung in ein Nierenversagen münden.

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