Gefahr von Leberschäden durch Schöllkraut

In der Volksmedizin gilt der Milchsaft des Schöllkrautes (Chelidonium majus) als Mittel gegen Warzen; eine hautreizende oder gar ätzende Wirkung konnte jedoch wissenschaftlich nicht belegt werden. Lediglich bei Augenkontakt ist Vorsicht geboten; hier kann der Milchsaft Entzündungsreaktionen hervorrufen. Nach Einnahme von Pflanzenteilen sollen im gesamten Verdauungstrakt Symptome einer Reizung möglich sein, daher wird vom Verzehr größerer Mengen abgeraten; akute Vergiftungen sind hier ebenfalls nicht bekannt. Die chronische Einnahme alkaloidreicher Extrakt-Präparate, die traditionell zur Behandlung von Leber- und Gallenleiden eingesetzt werden, kann allerdings leberschädigende (hepatotoxische) Wirkungen haben.

Im Fall einer 70 Jahre alten Frau, die über mehrere Wochen ein Schöllkraut-haltiges Medikament einnahm, zeigte sich eine leberschädigende Wirkung in Form einer "Gelbsucht" (Ikterus) und einem Anstieg der Leberwerte (Transaminasen). Diese Symptome klangen allerdings innerhalb einiger Wochen nach Absetzen des Medikamentes ab, ohne dass eine spezielle Therapie erforderlich war. Ähnliche Fälle wurden auch in der Literatur beschrieben.

Zwar normalisierten sich die Leberwerte nach Absetzen der Präparate in allen Fällen wieder, trotzdem sind solche Medikamente höchstens mit Vorsicht anzuwenden. Auf die Einnahme von Teezubereitungen mit größeren Mengen Schöllkraut sollte gänzlich verzichtet werden.

Für Tiere ist frisches Schöllkraut zum Teil stark giftig; es kann nach dem Fressen neben Gastroenteritis und Polyurie in größeren Mengen auch zu Benommenheit, Krämpfen, Bradykardie, Hypotonie, Herzrhythmusstörungen und Schock führen. Vergiftungsfälle sind wegen des unangenehmen Geschmacks der Pflanze jedoch selten.

Hier finden Sie weitere Informationen zur Vergiftungsgefahr durch Schöllkraut.

Weiterführende Informationen

Zurück