Achtung! Nicht für Hund und Katze!

Da es in Deutschland bisher keinen speziellen Service bei Vergiftungen von Haus- oder Nutztieren gibt, werden in der Regel auch bei solchen Notfällen die Giftinformationszentren angefragt. Der Giftnotruf Erfurt berichtete bereits 2008 über Vergiftungen bei Tieren.

In der aktuellen Anfragestatistik des Giftnotrufes Erfurt zeigt sich, dass Hunde und Katzen dabei weitaus am häufigsten von Vergiftungsunfällen betroffen sind.

Betroffener 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
 Hund 141 163 199 202 198 198 180 200 215 250
 Katze 37 46 47 68 60 57 54 46 69 71
 Andere 28 26 39 23 22 15 24 27 24 19

Eine häufig unterschätzte Gefährdung in der häuslichen Umgebung sind folgende Lebensmittel:

  • Alkoholika: Nach dem Verzehr von alkoholhaltigen Lebensmitteln besteht bei Tieren die gleiche Gefährdung wie beim Menschen. In Abhängigkeit vom Blutspiegel kommt es zu Störungen der Wahrnehmung und der Motorik mit Gangunsicherheit und Sturzgefahr. Der Blutzucker kann abfallen. Bei schweren Vergiftungen können Bewusstlosigkeit, Atemstörungen und Krampfanfälle auftreten.
  • Kaffee, Tee, Kakao, dunkle Schokolade: Hunde sind durch den Coffein-, Theobromin- und Theophyllin-Gehalt besonders gefährdet, weil Abbau und Ausscheidung dieser Wirkstoffe bei den Tieren langsamer erfolgen als beim Menschen. Häufig kommt es zum Erbrechen, Beschleunigung der Atmung und des Herzschlags gefolgt von starker Unruhe und Krampfanfällen. Weiße Schokolade ist dagegen ungefährlich.
  • Macadamia-Nüsse: Die Nüsse sind für Hunde giftig, ohne dass die Ursache genau bekannt ist. Nach einer zeitlichen Verzögerung von zwölf Stunden treten Muskelschwäche mit Zittern (Tremor), Gangunsicherheit und Fieber (Hyperthermie) auf. In der Regel wird eine solche Vergiftung aber überlebt.
  • Verschimmelte Lebensmittel (Futter): Schimmelpilze bilden eine Reihe von Giftstoffen (Mycotoxine), die zu Verdauungsstörungen und Organschäden führen können. Wachstum und Giftbildung der Pilze sind stark von den Umweltbedingungen (Licht, Temperatur, Feuchtigkeit) abhängig. Die Krankheitserscheinungen der Tiere sind deshalb vielfältig und treten schleichend oder saisonal in Erscheinung. Im Verdachtsfall muss deshalb auch das verdächtige Futter zur Untersuchung kommen.
  • Weintrauben, Korinthen, Rosinen, Sultaninen, Trester: Auch in diesem Fall treten zunächst Magen-Darm-Störungen auf. Der Verzehr in größerer Menge kann bei Hunden nach ein bis drei Tagen zum Nierenversagen führen, ohne dass der Mechanismus genau bekannt ist.
  • Zwiebel, Knoblauch, Porree, Schalotten, Schnittlauch: Nach dem Verzehr von Lauchgewächsen (roh, aber auch in zubereiteter Form) treten Erbrechen und Durchfall auf. Gefährlich ist aber die nach einigen Tagen einsetzende Schädigung der roten Blutkörperchen.

Besteht der Verdacht einer Vergiftung, sollte in jedem Fall möglichst rasch eine Tierarztpraxis oder -klinik aufgesucht werden. Soweit möglich, berät auch der Giftnotruf Erfurt Vergiftungen bei (Haus-)Tieren entsprechend seiner Möglichkeiten und Erfahrungen.
Das Auslösen von Erbrechen mit Kochsalzlösung ist für die Tiere genauso gefährlich wie für Kinder (Gefahr der Kochsalzvergiftung) und sollte deshalb unbedingt unterlassen werden!

Hier finden Sie weitere Informationen zu Gefahren in der Weihnachtszeit und Lebensmitteln, die für Tiere gefährlich werden können.

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